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Revitalisierung Gasthaus Stern Kürnach

Tradition trifft Moderne

Ziel der Gemeinde Kürnach war es, die verbleibende, historische Bausubstanz im Ortskern zu stärken. Gemeinsam mit der Städtebauförderung wurde deshalb ein umfangreiches Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt. Durch die Maßnahme sollte das Ortsbild aufgewertet und die Identifikation der Bürger mit ihrem Dorf gestärkt werden. Auch die baulichen Zeugnisse der Geschichte Kürnachs sollten erhalten und revitalisiert werden.

Am Fuße des Kirchbergs gelegen, prägt das ehemalige Gasthaus Stern, „die Gemeinde Schenkstatt“ sowie das Alte Rathaus die Dorfmitte. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz.

Die bestehenden Nebengebäude wurden abgerissen und die Fläche für Erweiterungsbauten genutzt. Diese dienen der städtebaulichen Aufwertung der Ortsmitte. Der geplante viergeschossige Neubau mildert die unmaßstäbliche und wenig attraktive Bebauung des Nachbarn. Der niedrigere seitliche Anbau schafft wieder die historischen Raumkanten. Es entstehen klar gegliederte und abgegrenzte öffentliche Räume.

Im ehemaligen Gasthof sind im Erdgeschoss eine Gaststätte, im Obergeschoss und Dachgeschoss eine Anwaltskanzlei untergebracht.

Der Neubau bleibt in seiner optischen Erscheinung zurückhaltend und fügt sich durch die Lochfassade und das gefaltete Satteldach, welches Hauptgebäude und Anbau überdeckt und zu einem Baukörper zusammenzieht, in das bestehende Umfeld des Altortes ein.

Durch diese positive Entwicklung in Kürnach finden sich aktuell im Ortskern mehrere Gaststätten, eine Anwalt- und Steuerkanzlei, Arztpraxen, eine Fahrschule, Versicherungsbüros und Handwerksbetriebe.
Aus dieser Situation ergibt sich die Notwendigkeit zusätzliche Stellplätze im innerörtlichen Bereich zu schaffen.

Diese Möglichkeit bot sich der Gemeinde Kürnach hier im Brückentor. Hier nutzte man die Chance einmal städtebaulich die entstandene bauliche Lücke zu schließen und gleichzeitig zusätzlichen Parkraum zur Verfügung stellen.

Die Parkscheune

Angelehnt an das Thema Haupt- und Nebengebäude eines fränkischen Hofes wird neben dem bestehenden Wohnhaus ein Nebengebäude errichtet, das in der heutigen Zeit eben als Garage dient. Die restliche, noch verbleibende Straßenkante wird mit einer Wandscheibe geschlossen. Lediglich die Zufahrt zu den Stellplätzen bleibt frei. Somit gibt es zur Brückentorstraße wieder eine klar definierte Raumkante, die klar Straßen- und Innenraum trennt.

Im Nebengebäude befinden sich vier Stellplätze, von denen zwei privat und zwei öffentlich genutzt werden. Der private Bereich wird direkt von der Brückentorstraße erschlossen. Das elektrische Schiebetor kann bequem direkt vom Auto aus geöffnet werden.
Die öffentlichen Stellplätze liegen parallel zueinander angeordnet und werden über den in der Mitte angelegten Verkehrsweg erreicht, der auch zur Erschließung des Nachbargrundstückes dient. Insgesamt stehen der Öffentlichkeit jetzt 9 Stellplätze zur Verfügung. Davon ist ein Stellplatz für Rollstuhlfahrer und ein Stellplatz für Elektroautos reserviert.

Die zur Brückentorstraße hin orientierten Bauteile (Wände Nebengebäude, Wandscheibe) sind aus Muschelkalkmauerwerk. Ein historischer Baustoff hier aus der Region. Die dem Innenhof zugewandten Bauteile sind in Beton hergestellt. Die gewählte Dacheindeckung ist der naturrote Biberschwanz, auch der asymmetrischen Form des Daches geschuldet. Als Sichtschutz zum Nachbarn und für die Beplankung der Schiebetore haben wir lasiertes, sägerauhes Holz eingesetzt.
Der auf der Straße und den Gehsteigen vorgefundene Pflasterbelag wird in den Fahrbereich und dem überdachten Bereich weitergeführt (auch um zu zeigen, dass hier ist öffentlicher Raum). Die nicht überdachten Stellplätze sind mit Rasengittersteine belegt, um die versiegelten Flächen möglichst gering zu halten. Die „Restflächen“ wurden begrünt und ein Baum gepflanzt.

Projektdaten

Bauherr:
Gemeinde Kürnach

Nutzungen:
Ebene 1 Alt- und Neubau
Gaststätte
Ebene 2 & 3 Altbau
Anwaltskanzlei
Ebene 2 & 3 Neubau
Arztpraxis
Ebene 4 Neubau
Fahrschule & Büroflächen

Nutzfläche: 939m²

Bruttorauminhalt: 6.238m³

Vorkonzept Gasthaus & Planung Baugrube:
Architekturbüro Felix Tannenberg, Aub

Fachplanung:
Sicherheitskoordination: Architektur Büro Jäcklein
Energiekonzept: Architektur Büro Jäcklein
HLS: Okiteck, Sommerhausen
Elektrotechnik: Elektroplanungsbüro Trunk
Tragwerksplanung: WSP Ingenieure
Brandschutzkonzept: Ingenieurbüro März, Estenfeld

Bearbeitung im AB Jäcklein:
Stefan Schrauth
Julia Roth
Julia Jordan
Karsten Otto
Daniela Umbach

Bauzeit:
Beginn Abbruch/Baugrube: Oktober 2014
Baubeginn: April 2015
Fertigstellung: Dezember 2016

Fotos:
Christoph Saile, Würzburg

Auszeichnungen:
Architektouren 2017