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Dienstleistungszentrum Iphofen – Neubau Bibliothek

Gedächtnis der Stadt

Die Bibliothek ist traufseitig entlang der Pfarrgasse errichtet, sie bildet also die westliche Platzwand für den hochgelegenen Innenhof, der den Info-Pavillon, und bis zur Mitte des Ostflügels auch den historischen Verwaltungsbau, begleitet. Selbst in den Zeiten von E-Book und E-Reader ist der Neubau einer Stadtbibliothek in Iphofen kein Anachronismus, sondern ein attraktives Bekenntnis einer kunst- und kulturverliebten Kleinstadt zu den historischen Wurzeln ihrer Gegenwart. Wie für beinahe alle Siedlungen des Men-schen gilt auch für Iphofen: Der Ort ist in die Menschheitsgeschichte erst dann unbestreitbar eingetreten, wenn er eine schriftliche Erwähnung gefunden hat.

Man wolle wahrgenommen werden und auch die Bücher nicht verstecken, lautet folglich das Credo des Iphöfer Bibliotheks-Teams. Die bestens sortierte Auswahl und das neue Bücherhaus, sie werden dafür sorgen, dass Iphofens neue Stadtbibliothek bald schon das Lesezimmer der Stadt sein kann.

Die Architekten schließen das neue Herzstück im historischen Stadtkern von Iphofen nämlich mit einem Bauwerk,

das funktional und schön ist. Dieser Bibliotheksbau spielt vom Sockel bis zum Dachfirst ein inspirierendes Spiel mit den Materialien und Farben der historischen Nachbargebäude. Es ahmt nicht nach, aber es übersetzt die Gotik der Michaelskapelle und die gotisierende Fraktur des Torhauses in die Gegenwart. Ein schlanker Baukörper, hell aufgeputzt und mit Metallfenstergefachen versehen ist dieser Neubau, der in seinem Inneren das Haus-im-Haus-Prinzip vollendet vorführt.

Da wird die Bibliothek neben dem Stadtarchiv nicht nur zum großen Gedächtnis der Kommune, sie wird auch zur Arche für die gedruckte Literatur und zum gesuchten Ort für anregende Begegnungen mit der virtuellen und der realen Welt.
(Textauszug)

Projektdaten

Bauherr:
Stadt Iphofen

Nutzungen:
Alte Schule: Stadtverwaltung Iphofen und Verwaltungsgemeinschaft
Sockelgeschoss alte Schule Südseite: Friseur, Metzger, Schuhmacher
Gewölbekeller bei Kirchplatz: Fotoatelier
Neubau Pfarrgasse: Bibliothek
Torhaus: Weinverkauf (privat)
Unterkellerung Platz und Bibliothek: Historisches Archiv
Verbindungsbau: Touristinfo, OG: Büros
Neubau Kirchplatz: Buchladen, Kosmetikstudio, Büros (OG)

Nutzfläche: 2.870m²

Bruttorauminhalt: 17.840m³

Planung:
Arbeitsgemeinschaft
Böhm + Kuhn Architekten, Architektur Büro Jäcklein

gemeinsam gewonnenes VOF – Verfahren mit Vorkonzept: AG Böhm + Kuhn Architekten, AB Jäcklein
Vorentwurf alte Schule: Büro Böhm und Kuhn
Vorentwurf restl. Gebäude, Einrichtung der städtische genutzten Gebäude und Überarbeitung alte Schule, Freianlagen: AB Jäcklein
Entwurf bis Ausführungsplanung Gebäude, Einrichtung, Freianlagen: AB Jäcklein
Ausschreibung, Bauleitung Gebäude: Böhm + Kuhn Architekten
Ausschreibung, Bauleitung Freianlagen, Einrichtung: AB Jäcklein (Freianlagen mit Auktor Ingenieure)

Fachplanung:
Sicherheitskoordination: Böhm und Kuhn Architekten
Energiekonzept: Architektur Büro Jäcklein
Glasfassaden: Christopher Rathmann
HLS: Rosel Ingenieure
Elektrotechnik: Ing. Durner
Tragwerksplanung: WSP Ingenieure
Brandschutzkonzept: Dr Hagen Ing.
Städtebauliche Beratung: Hartmut Schließer, München

Bearbeitung im AB Jäcklein:
Stefan Schrauth
Julia Roth
Sebastian Sterk

Bauzeit:
Beginn Abbruch: Oktober 2012
Baubeginn: Februar 2013
Fertigstellung: Mai 2015

Kunst:
Reiner John, Althegnenberg

Fotos:
Ralf Dieter Bischoff, Nürnberg
Gerhard Hagen, Bamberg

Text: Rüdiger Klein, Bamberg

Veröffentlichungen:
Deutsches Architektenblatt, 09/2016
Mainpost, 05/2015

Auszeichnungen:
Architektouren 2016